Wo Alexander Jaroslawitsch Newski begraben liegt…

oder auch nicht begraben, sondern für alle offensichtlich in einer wohlbemerkt wunderschönen Kirche, in einem Glaskasten, so dass man seine inzwischen schwarz-vergammelte Hand, die das Schwert hält, sieht, nicht aber das von einem Tuch bedeckte Gesicht – da ist Wladimir! Nevsky war ein Fürst und ist heute ein Heiliger der orthodoxen Kirche, nach dem die Hauptstrasse von St. Petersburg, der Nevsky Prospekt, benannt wurde. Ich war da und fand es natürlich total aufregend, die vergammelte Hand von dem Newsky zu sehen, der schon 1263 gestorben ist, der Newsky von „meinem“ Newsky Prospekt.

Aber ich war vor einer Woche nicht nur in Vladimir, um mir den toten  Fürsten in der Maria-Himmelfahrtskathedrale, das goldene Tor oder sonst eine der Sehenswürdigkeiten der hübschen kleinen Stadt anzusehen, sondern auch um an einer „Midterm-Evaluation“ (Zwischenseminar) des Europäischen Freiwilligendienstes teilzunehmen.

Wir waren 20 Freiwillige, die von überall aus Europa nach Russland gekommen sind und derzeit in den verschiedensten Projekten hier arbeiten. Wir haben sowohl reflektiert, was wir inzwischen in Russland geschafft haben, als auch überlegt und diskutiert, was noch getan werden muss. Für mich persönlich war das von großem Nutzen. Ich habe gemerkt, dass ich in vielerlei Hinsicht schon weit gekommen bin und auch zufrieden bin, aber auch, dass ich noch mehr schaffen will und kann. So will ich in meiner verbleibenden Zeit zum Beispiel meine Russisch Lernarbeit intensiver und fleißiger als bisher in Angriff nehmen und auch mehr Reisen unternehmen, um mehr von Russland zu sehen. Auf der 13-stündigen Zugfahrt hatte ich zudem die Zeit und Ruhe über meine Planung für die Zeit nach dem Freiwilligendienst nachzudenken. Inzwischen plane ich, mich für ein BA Studium in  „Sozialer Arbeit“ zu bewerben.

Außer neuen Erkenntnissen, Plänen und Vorsätzen habe ich leider auch eine böse Erkältung aus Wladimir mitgebracht. Während es in letzter Zeit hier in Piter häufig ungewöhnlich warm war für diese Jahreszeit, hatte es in Wladimir die eher gewöhnlichen -20°C und ich war darauf klamottenmäßig nicht gefasst.

Glücklicherweise habe ich hier die beste WG-Mitbewohnerin der Welt, die mich mit Suppe und Tee versorgt hat! 🙂

Liebe Grüße aus St. Petersburg von einer fast wieder genesenen Verena!

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