Urraaa urrraaa

… am 9.Mai, also letzte Woche Montag, war Tag des Sieges.

Schon am 5. Mai, als ich in der Heremitage war, weil der Eintritt am ersten Donnerstag des Monats frei ist, habe ich einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen. Da war auf dem Schlossplatz vor der Heremitage eine Parade-Übung, als ich raus kam. Ich fand das schon irgendwie unheimlich, als über 1000 Mann im Gleichschritt an mir vorbeimarschierten, nachdem sie auf den Ruf „Alles Gute zum Tag des Sieges, Genossen!“ mit einem dreifachen schallenden „UUURRAAAAA!“ geantwortet hatten. Den Marschierenden folgte dann ein beachtliches aufgebot an Geländewagen mit schwer bewaffneten Soldaten, Panzern und auch Raketen. Die Zuschauer staunten und freuten sich riesig.

Der 9. Mai selbst war für mich an sich ein schöner Tag. Ich war den ganzen Tag im Stadt-Zentrum, es war super Wetter und die Stimmung war allgemein fröhlich Volksfest-mäßig. Aber dass der Grund der allgemeinen Freude der große große Sieg war, war schon komisch. Warum nicht den Tag des Friedens feiern? Weil man da nicht so schön die Panzer präsentieren kann?

Es gab morgens eine Parade mit Soldaten auf dem Schlossplatz und eine Flugschau. Mittags fand eine Parade auf dem Nevsky statt, wo die Veteranen des zweiten Weltkriegs bejubelt wurden, die auch den ganzen Tag über von jungen Frauen und Kindern mit Blumen überhäuft, umarmt und geküsst wurden.

Es war mir etwas fremd, den Veteranen zuzusehen, wie sie mit Stalin-Postern und „Danke für den Sieg!“- oder „Leningrad – Stadt der Helden“-Bannern den Nevsky entlang liefen oder auf Wägen, auf denen die Stadtbezirke stehen, aus denen sie kommen, entlang fuhren und sich zujubeln und Dank zurufen ließen. Die kleinen Kinder waren mit Russland-Flaggen, orange-schwarzen Wimpeln (die tragen viele das ganze Jahr über) und Panzer-Luftballons ausgestattet. Das hat mir schon zu denken gegeben. Ganz sicher etwas sehr Russisches!

Abends um zehn, als es eigentlich noch hell war, da es hier inzwischen erst um elf dämmert, gab es dann ein Feuerwerk und ein paar letzte „UUUURrraaaas“ und „Dankeschöns!!“.

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