Eine Art Grande Finale…

… für mein Freiwilligenjahr hält mich voll in Trab.

Wie in meinem letzten Bericht schon erwähnt: Mein Leben hier scheint gerade förmlich zu explodieren und es ist einfach wunderbar.

Da in meiner WG das Internet nicht mehr funktioniert, tipp ich diesen kleinen Bericht daheim und stelle ihn dann in meinen Blog, sobald ich wieder irgendwo online gehen kann.

Heute ist der 4.8.

In ziemlich genau einem Monat werd ich wieder in Waldshut sein.

Vor wenigen Stunden bin ich aus Estland zurück gekommen, wo ich die letzten vier Tage mit Filipp, einem Freund und Mit-Freiwilligen, und seinen Eltern im Haus seiner Familie in Poltsamma verbracht habe.

Es war sehr erholsam und nach dem vergangenen Monat dringend mal nötig.

In den letzten Wochen ging es für mich drunter und drüber. Vom 11. bis zum 15. Juli war ich mit einer Gruppe von Behinderten aus Peterhof im Sommerlager am Meer. Ich war speziell für Olga, eine Spastikerin aus meinem Zimmer, zuständig.

Es war richtig spannend und schön, sowohl einige der Bewohner, als auch meine Mitarbeiter einmal näher und in einem anderen Umfeld kennen zu lernen.

Aber nach vier Tagen Rollstühle über den Sand bugsieren und einem durchwachten Nachtdienst (Da hatte einer Angst, wir nehmen ihn nicht mit zurück.) war ich dann doch total erschöpft und froh, wieder nach Sankt Petersburg zu kommen.

Ich habe sowieso gemerkt: Es war zwar schön, mal wieder in der Natur zu sein, aber danach in die Stadt zurückkommen, fühlt sich so richtig an – so ein wohliges Gefühl, fast wie Heimkommen 🙂 .

Drei Stunden nach meiner Rückkehr in die Stadt musste ich Luise, eine Schulfreundin, die mich zwei Wochen lang hier besucht hat, vom Bus abholen.

Wir waren vier Tage lang gemeinsam in Moskau, in der anderen Woche hat sie mich einmal zur Arbeit begleitet und ansonsten Sankt Petersburg auf eigene Faust erkundet, während ich gearbeitet habe.

Es war toll, einer meiner Freundinnen live zeigen zu können, wie mein Leben hier ist.

Mir ist bewusst geworden, ich werde zwar allen Fotos zeigen und Erlebnisse schildern können, aber keiner wird so wirklich wissen, wovon ich rede, wenn er oder sie nicht wirklich hier war – das ist schade. (Ohne hier gewesen zu sein, wäre die liebe Luise zum Beispiel nie Pelmeni-süchtig geworden.)

Luise hat ihren Aufenthalt sogar um zwei Tage verlängert, das aber eher unfreiwillig, weil sie ihren Flieger verpasst hatte – so ein Trubel!

Am 25. und 26. Juli war ich als einzigste Freiwillige in Peterhof, da die Freiwilligen aller anderen Organisationen auf einem Abschluss-Seminar waren. Es war total anstrengend, weil ich auf einmal für vier, und nicht nur ein Zimmer, zuständig war und mit dem Füttern und Zähneputzen allein war.

Aber es war auch spannend, weil sich so die Möglichkeit bot, ein wenig mehr und intensiver Zeit mit Bewohnern zu verbringen, für die normalerweise andere Freiwillige zuständig sind.

Nach Lager, Luise-Besucht (viel Spaß, aber eben auch viel Action) und viel Arbeit, war also der Estland-Urlaub, wie gesagt, perfekt.

Jetzt habe ich wieder richtig viel Energie getankt, um nochmal drei Wochen lang in Peterhof zu arbeiten, meine restliche freie Zeit in dieser wunderbaren Stadt voll auszukosten und dann meine zwei Nachfolge-Freiwilligen von MIR, Stefanie und Paul, gebührend in Emfpang zu nehmen.

Ein Gedanke zu „Eine Art Grande Finale…“

  1. Unser Städtchen ist zwar viiiieeel kleiner als Petersburg. Trotzdem: WT wird dich willkommen heißen.

    Liebe Grüße
    Pepsi

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